Motor auf dem Prüfstand



Seit Mitte des Jahres 2010 läuft der HOREX VR6-Motor für Funktions- und Dauer- lauftests auf einem der Motorenprüfstände der Hochschule München. Dem voran ging eine mehrwöchige Phase in der der Prüfstand an die spezifischen Bedingungen des HOREX Aggregats angepasst wurde.


Diese Anpassungen reichen von der maß- geschneiderten Befestigung des Motors auf dem Prüfstand über die Adaption der Schlauch- verbindungen – wie etwa der Kühlleitungen und der Benzinzufuhr – bis hin zum Anschluss aller elektrischen Bauteile. Hierunter fallen nicht nur Lichtmaschine und Zündkerzen sondern auch zahlreiche Sensoren, die alle technischen Parameter bei den Testläufen minutiös erfassen.


Motorenkonstrukteur Rupert Baindl

Bei allen Erprobungsläufen und den damit verbundenen Arbeiten rund um die Prüfstände ist der renommierte Motorenkonstrukteur Rupert Baindl beteiligt - natürlich jeweils in enger Abstimmung mit den beiden Leitern des Instituts für Verbrennungsmotoren und Fahrzeugantriebe an der Hochschule München – Prof. Dr.-Ing. Werner Bauer und Prof. Dr.-Ing. Martin Doll

 

Ein besonders wichtiges Anbauteil für die Versuchsläufe ist die speziell für den Prüfstand angefertigte Auspuffanlage. Diese Maßanfertigung muss zum einen passgenau das Abgas des Motors in die Absauganlage des Prüfstands leiten und dient zudem für die Befestigung weiterer Sensoren, wie beispielsweise der sechs Lambda-Sonden für die Diagnose der Verbrennung.

 

Aus verständlichen Gründen entspricht diese besondere Anlage nicht in allen Teilen dem kommenden Serienstandard. Der charakteristische VR6-Klang des Motors – wie auf dem Video und dem Soundfile zu hören – ist daher im Prüfstandsbetrieb wohl eher noch etwas kerniger als später auf der Straße.

 

Nach ersten Funktionstests des Motors wurden zunächst mehrere Dauerlaufversuche mit dem Motor gemacht, die im realen Betrieb einer Fahrtstrecke von mehreren zehntausend Kilometern entsprechen. Dabei wurden alle Daten des HOREX VR6 natürlich konstant überwacht. Zudem haben die Spezialisten unseres Schmierstoff-Partners Motul regelmäßig Proben aus dem Ölkreislauf des Motors entnommen. Über deren Analyse lassen sich schon während des Versuchslaufs Aussagen über den Verschleiß des Aggregats treffen. Sowohl deren Ergebnisse als auch die genaue Vermessung aller Teile des zerlegten Motors zeigt, dass das Motorenteam einen hervorragenden Job gemacht hat, denn alle Messwerte waren nach den „long runs“ noch weit „im grünen Bereich“.

 

 

Nach den erfreulichen Ergebnissen in Sachen Haltbarkeit wollten die Macher des HOREX Motors natürlich auch die in Simulationen hochgerechneten Leistungsdaten überprüfen. Das Ergebnis zauberte allenthalben ein zufriedenes Lächeln auf die Gesichter der Teammitglieder: Der VR6-Motor steht gut „im Futter“ – bereits bei einem moderaten Drehzahlniveau schickte er 150 PS und mehr auf die Bremse des Prüfstands. 

 

Nachdem diese entscheidenden Grundlagen geklärt sind, wird aktuell auf dem Prüfstand die nicht minder wichtige Arbeit an der Grundabstimmung des Motors geleistet. Konkret geht es dabei an erster Stelle um die Feinabstimmung der Motorelektronik und die Datenversorgung der Kennfelder für die Motorsteuerung. Hierbei wird das Entwicklungsteam von dem erfahrenen Applikationsingenieur Ewald Mayer unterstützt.